AHoy - Lottes illustrierter Bericht
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Lotte startete ihre Wanderung von Seesen nach Hoyerswerda (ca. 400 Km
zu Fuß) Lotte: E-Mail vom 24. August |
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Lotte: SMS vom 29.08. 17:19 |
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Lotte: SMS vom 29.08. 19:22
Gruß aus Lautenthal. Für heute reichts und regnets. Bilder: Grube "Lauthenthals Glück" |
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| Lotte: SMS vom 30.08. 21:06 Viel Regen, deshalb nur zur Jugendherberge Bockwiese (kurz vor Clausthal) gekommen, also kein Lagerfeuer unterm Sternenhimmel... Dafür heute morgen 701 m ins Silberbergwerk eingefahren. Bild: Silberbergwerk |
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Lotte: SMS vom 31.08. 20:45 |
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| Lotte: SMS vom 01.09. 21:01 Schierke: Habe den Brocken südlich umrundet. Auf dem Goetheweg ging es recht international zu, Japaner, Amis, Sachsen u. Schwaben kamen mir entgegen. Die einst gefürchteten, heute begehrten Schilder "Bachmitte-Zonengrenze" sah ich nicht... Harz IV: 20 km gelaufen u. nur Müsli, Heidelbeeren, Käsebrot, ein schöner Sonnenuntergang zum Nachtisch... |
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| Bilder: schöne, lustige Häuser, Brockenbahn, Schinkel-Hütte in Rothenberg |
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Lotte: SMS vom 02.09. 20:42 |
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Bilder: im Bodetal, Rappbodetalsperre |
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Lotte: SMS vom 03.09. 21:56 |
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| Lotte: SMS vom 04.09. 10:57 Heute geht's über Thale nach Quedlinburg zu Pastor Jaeckl. Endlich Mischwald, der Südharz ist viel freundlicher als der Westen mit seiner Fichten-Monokultur. Sonne! |
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| Lotte: SMS vom 04.09. 21:13 Bin nur bis Thale gekommen, der Weg entlang der Bode war alpin, ich musste meinen Wagen über einige Felsen wuchten. Außerdem musste ich wiederholt im Fluss baden und konnte dann weder dem Köstritzer noch der überraschend auftauchenden Jugendherberge widerstehen. |
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| Lotte: SMS vom 05.09. 20:14 Quedlinburg ist beeindruckend schön! Kein Vergleich zu Wernigerode, wo sich die Deutsche Bankfassade mühelos ins historische Fachwerk einfügte. Hier, zu Recht, Weltkulturerbe. Unterwegs schenkte mir ein Bauer Birnen und gab mir eine Einführung in Landesgeschichte u. Politik. |
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| Lotte: SMS vom 06.09. 18:52 Selketal vor Harzgerode: Der Asphalt so heiß, dass er schwarze Blasen wirft, an denen man sich die Zehen verbrennt. Kindheitserinnerung! Heute abend allein im Wald, das fällt schwer, nach den gestrigen anregenden Gesprächen und Austausch biografischer Eckdaten. |
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| Lotte: SMS vom 07.09. 20:12 Wippra: Bauernland. Die Zwetschgen-"hecken" sind freundliche Wegbegleiter (lecker!) Der Braumeister der ex-VEB hat mir eben die Brauerei gezeigt (mit Verköstigung, hicks) und erzählt, was sie zu DDR-Zeiten alles gepanscht haben, Zucker, Asbest... "War trotzdem kein schlechtes Bier..", sagt er. Hicks! |
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| Bilder: Brauerei in Wippra |
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| Lotte: SMS vom 08.09. 19:08 Tut mir leid, dass ich dir noch keine Fotos schicke, ich traue mich noch nicht recht zu fragen. Und auf dem Lande gibts keine Internet Cafés. Aber ich nähere mich Städten! Herzliche Grüße! Mansfeld: Riesige Abraumhalden überall, mal bewachsen, mal nicht, mal schwarz glitzernde Schlacke, mal stumpfer Schiefer. Hier wurde das Unterste zuoberst gekehrt! 800 Jahre Kupferbergbau. |
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| Bilder: Wippertal am Morgen, Schieferstrukturen, Schlackehalde im Mansfeld |
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| Lotte: SMS vom 09.09. 20:44 Eisleben: Das bedeutete für mich nach EISkalter Nacht (Ruine Schloss Mansfeld) wieder aufLEBEN in der Sonne im Café auf dem Marktplatz. Luther war mir schnuppe. Jetzt bin ich schon am "Süßen See", dessen Gegenstück (der "Salzige") vor ca. 100 Jahren einfach versickerte. |
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| Bilder: Schloss Mansfeld |
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| Lotte: aus einem Brief vom 09.09. ...sitze gerade im Kloster Helfta (südl. von Eisleben) beim Bier. Im Buchladen hatte ich gelesen, dass es ein Ort spirituellen, weiblichen Mystizismusses gewesen wäre, aber - typisch Katholen: wird alles renoviert, mit ortsfremdem Granit & Dachziegeln gepflastert und gedeckelt (typisch Eisleben wäre Schiefer und Sandstein oder wiederaufbereitete Schlacke). Dagegen lobe ich mir meinen gestrigen Schlafplatz, Schloss Mansfeld. Das renovieren nu die Evangelen, angepasster, und halten auch Gottesdienste in Ruinen, also richtig mystisch... |
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| Bilder: Eisleben - Waffen, Leute am Markt |
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| Lotte: SMS vom 10.09. 20:44 Halle!: Ging also 2 Tage durchs "Mansfelder" (Adelsgeschlecht seit anno 990) "Land". Da haben sie nu das Schloss geschleift, Revolution, Streiks und die DDR gemacht, der Name aber blieb erhalten und ziert bis heute die KFZ-Kennzeichen: ML... |
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| Bilder: Apfel-Monopolbetrieb, Der Süße See, Seeburger Schloss |
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Lotte: SMS vom 11.09. 12:31 Bilder: |
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| Lotte: SMS vom 13.09. 20:49 Roitzsch, gespr. "Rotsch", bei Bitterfeld: 20 km durch eine öde Ebene, an einem kühlen, grauen Tag wie eine Leinwand, auf die sich die vielen farbigen Bilder des Wochenendes in Halle projizieren lassen. |
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Bilder: "Good Old DDR", Bergbau-Denkmal, Bitterfelder Mosaik, Leerstand in Bitterfeld |
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| Lotte: SMS vom 14.09. 20:41 Muldestausee: Das Arbeitsamt Bitterfeld war der traurigste Ort meiner bisherigen Laufbahn: 30 junge Wartende guckten so missgünstig, dass ich nicht wagte, der "Empfangsdame" meine Frage zu stellen, wieviele Menschen freiwillig 1€-Jobs annehmen. / Sehenswert: die alten Förderkräne in "Ferropolis". Bilder: "Deutsches Strandidyll", Muldestausse bei Bitterfeld, Förderkräne in "Ferropolis" |
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| Lotte: SMS vom 15.09. 19:58 Bad Düben: Kein Raub(Berg-)bau an der Landschaft mehr, nur noch sandige Heide. Kiefern- und Birkenwald. Ging leider Zickzack, weil zwischen der einen Landkarte (1:100.000) und der anderen (1:50.000) auch noch eine unerwartete Lücke von 15 km war. Wegweiser im Wald sind ungefähr so verlässlich wie Horoskope... |
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| Bilder: Dorf in der Dübener Heide, Pilzausbeute |
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| Artikel über Lottes Wanderung in der Sächsischen Zeitung vom 16.09.2004 | |||
| Lotte: SMS vom 16.09. 19:00 Bei einem ausgiebigen Besäufnis mit verdienten Mitgliedern der LPG Authausen verblüffte mich, wie viele Westkontakte es zu DDR-Zeiten gab: Da kamen regelmäßig Westler und kauften die besten Zuchtrinder (weg), da bauten w-deutsche Monteure Maschinen bei "Wolferdit" ein und der schöne Edmund reiste gar in Sachen Spannbeton nach Belgien! Der viele Alkohol ließ mich nach 12 km Waldlauf schlapp machen, ich wurde schwach und nahm die letzten 7 den Bus nach Torgau. Bilder: Abendstimmung mit Strom, Otto mit Broiler, Traktor "Belorus", "schwach geworden" |
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| Lotte: SMS vom 17.09. 20:05 Schloss Triestewitz: Torgau war die Stadt der Gefängnisse. Erst der Wehrmacht (perfide und systematisch), dann der Russen (brutal), schließlich DDR-Knast (klammheimlich). Die sehr klare Ausstellung auf Schloss Hartenstein dokumentiert über 100 Schicksale, zertretenes Leben. Dass die BRD 30.000 Gefangene freikaufen konnte (von geschätzten 180.000 Klammheimlichen) ist wie eine kleine Wiedergutmachung. Bild: Torgau, hier überquerte Lotte die Elbe |
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aus einem Brief vonLotte, 17.09. |
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| Lotte: SMS vom 18.09. 20:43 Saxdorf: Sobald man die Elbe verlässt, wird die Landschaft öde. Durchwanderte eine staubige Ebene, in der sich zahllose Windmühlen träge drehten (Windpark Ost - in Westbelitz). Die Dörfer nahezu menscheleer, die Bürgersteige unkrautfrei, nur die Dame von der DVU hing an jedem Pfosten. Abends kam ich aber in Paradies: der Garten der Saxdorfer Kirche und das Elsternest in Kauxdorf. |
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| Bilder: Windmühlen, "Das Paradies" |
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| Lotte: SMS vom 19.09. 19:06 Bei Elsterwerda: Es gibt hier eine alte Puppenspielertradition, die 250 Jahre zurück reicht. Im Museum von Bad Liebenwerda ist der Nachlass der 4 bekanntesten Familien zu sehen, die generationenlang über Land tingelten. Auch ist gerade Figurentheaterfestival, so dass ich ein modernes Stück aus Dresden angucken konnte. - Noch ca. 3 Tage bis Hoywoy... Bild: Puppenspieler-Wagen ("Robur"-Bus) |
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| Lotte: SMS vom 20.09. 20:34 Lauchhammer: Leinöl mit Kartoffeln (sorbisches Nationalgericht?) ist gewöhnungsbedürftig. Ich tendiere eher zur Schreinertradition, es zur Holzbearbeitung einzusetzen. Dafür durfte ich mir heute in Frau O's Küche meine unterwegs gesammelten Pilze braten, mh! |
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| Lotte: SMS vom 21.09. 15:51 Ich sehe schon den Rauch der "Schwarzen Pumpe", ich werde wohl schätzungsweise bis Tätzschwitz kommen.. uff Bild: Sanddorn bei Tätzschwitz |
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| Lotte: SMS vom 21.09. 18:49 Tätzschwitz: Ziemlich erschöpft latschte ich heute am nichtendenwollenden Zaun der BASF entlang, fröstelte mich durch Vorstädte, erlebte den Platzregen aber glücklicherweise im Marktcafé in Senftenberg. (kaum gewinnen die Rechten die Wahlen, wird das Wetter schlecht). Morgen gehts über Schwarzkollm (Wiege des deutschen Harry Potter) nach Hoywoy!! |
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| Lotte ist am 22. September um 14:30 Uhr in Hoyerswerda angekommen. Sie wird am Sonntag, dem 26. September, um 11:00 Uhr in der KUFA im Rahmen des 'Literarischen Frühstyxseis' über ihre Wanderung berichten. (G. Walter) | |||
| Bilder: Gespräch mit einem Tätzschwitzer Bürger, "Ziel erreicht", Ankunft bei der KUFA |
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